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Am 7-tägigen Gigathlon 2002 erreichte ich mit einer durchschnittlichen Trainingszeit von 60 Minuten pro Tag den für mich sensationellen 15 Schlussrang; die Schlussetappe nach Biel konnte ich gewinnen.

Oft werde ich im Hinblick auf den diesjährigen Gigathlon um persönliche Tipps gefragt.

Gerne gebe ich meine Erfahrungen weiter. Es sind persönliche Erfahrungen, die weder mit Studien belegt werden noch den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Meine Tipps sind für die Zielgruppe der Hobby-Gigathleten gedacht.

Essen

Am Gigathlon 2002 war mein Vorsatz, mich wenn möglich mit Kalorienriegel, -tuben und -getränken, Bananen und Brot zu ernähren. Selbstverständlich testete ich im Training alle Produkte aus. Am ersten Tag funktionierte mein Vorhaben einwandfrei. Am zweiten Tag, auf der Laufstrecke von Thun nach Interlaken, streikte der Magen und ich musste mich übergeben. Körperlich und moralisch geknickt überdachte ich joggend das weitere Vorgehen. Ab diesem Zeitpunkt ass ich alles, worauf ich Lust hatte. Ich hörte genau auf meinen Körper. Wenn er sagte: "Ich möchte ein Salami-Sandwich, eine Pizza oder eine Studentenschnitte", bekam er, was er wollte. Von diesem Zeitpunkt an drehte sich das Blatt und ich wurde stärker und stärker.

Tipp: Iss, worauf du Lust hast, und iss viel! Ergänze die feste Nahrung allenfalls mit Kalorienprodukten. Probiere während dem Rennen keine neuen Produkte aus.

Trinken

Während einem Ultrarennen trinke ich grosse Mengen. Da mein Magen die isotonischen Getränke nicht verträgt, nehme ich vor allem Wasser und Honigtee zu mir. Über die Trinkmenge kann ich keine Angaben machen, denn wenn es kalt und nass ist, trinke ich weniger, wenn es heiss und trocken ist mehr.

Ich schaue auf die Ausscheidung! Pro zwei Stunden will ich einmal "brunzen" können; wenn dies in kürzeren Abständen notwendig sein sollte, ist mir das nur recht. Zeitverschwendung? Eine Dehydratation würde mit einer massiven Leistungseinbusse einhergehen.

Nach den Zieleinläufen trinke ich becherweise Flüssigkeit und sitze erst ab, wenn ich das erste Mal auf die Toilette gehen konnte.

Tipp: Trink' auf was Du Lust hast und trinke viel. Achte darauf in welchen Abständen du urinieren kannst.

Doping / Medikamente

Das Bewältigen von Ultrarennen wie der Infernotriathlon oder der Gigathlon ist für den Körper eine enorme Strapaze. Schnell kann ein Gelenk schmerzen, einen die Müdigkeit überkommen, der Magen rebellieren usw. Das sind physiologische Zeichen des Körpers - er reklamiert. Für jedes Leiden gibt es Medikamente. Auch wenn gewisse Substanzen nicht zur Kategorie "Doping" gehören; mit Medikamenten während dem Rennen unterdrückt man die Stimme seines Körpers.

Punkto Medikamente musst du dir klare Grenzen setzen und diese deinem Team mitteilen.

Für mich gilt folgende Regel. Ich darf alles schlucken was in der Migros erhältlich ist, wie zum Beispiel: Magnesiumbrausetabletten oder verschiedene Teesorten. Zudem ergänze ich meinen Menuplan mit den Kalorienprodukten des Veranstalters (Sponsor). Bei Beschwerden verzichte ich auf jede Art von Medikamenten (Tabletten, Pflaster, Salben usw.)

Tipp: Gib der dir am meisten vertrauten Person im Betreuerteam die Kompetenz, die Entscheidung zu fällen, wann der Wettkampf aufgegeben werden muss.

Rennen einteilen

Am Gigathlon 2002 realisierte mein Körper erst nach drei Tagen, was ich mit ihm vorhatte. Obwohl ich das Rennen gemächlich anging, rebellierte während den ersten Tagen der Magen und schmerzten die Muskeln. Erst am vierten Tag kam die Energie, und ich konnte meinen Körper mehr und mehr fordern.

Tipp: Geh das Rennen langsam an, ohne aber den Kontrollschluss aus den Augen zu verlieren. Gehe sorgsam und liebevoll mit deinem Körper um. Um dich nicht unter Druck zu setzen, lass dir die zeitlichen Abstände zu deinen Konkurrenten in den ersten Tagen nicht mitteilen.

Schwimmen

Über den Kopf verliert der Mensch viel Wärme. Die Gewässer sind zum Teil saukalt. Damit ich einen warmen Kopf und zudem warme Ohren behalte, trage ich immer zwei Badekappen.

Bei mir ist die Gefahr von Wadenkrämpfen beim Schwimmen am grössten. Vor jeder Schwimmstrecke klemme ich eine gut verpackte Magnesiumbrausetablette (Migros) unter den Ärmel meines Neoprenanzuges. Bei allfälligen Krämpfen kann ich diese einnehmen (im Mund zergehen lassen, nicht ganz schlucken!).

Kleider

Ob am Infernotriathlon oder am Gigathlon, jedes Jahr bin ich erstaunt, wie sich die Athleten teils schlecht kleiden. Beim Infernotriathlon 1998 flockte auf der grossen Scheidegg Schnee vom Himmel. Ein Helfer stülpte einem nur mit Badehosen bekleideten Athleten schwarze Plastiksäcke über, damit er unten in Grindelwald nicht tiefgefroren ankam.

Tipp: Bei Passüberquerungen nimm immer Kleider zum Wechseln mit.

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